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Am 6. Oktober veröffentlichten wir unseren Comicfilm gegen Migräne und Kopfschmerzen – „Mütze hat den Kopfschmerz satt“:

 

 

Die Comicfigur Mütze hat Kopfschmerzen und geht zum Arzt. Der hat viele Tipps, was man tun kann, damit Kopfschmerzen gar nicht erst auftreten. Mit Witz und Charme nimmt Sympathiefigur „Mütze“ junge Leute mit auf Entdeckungstour: Woher kommen Kopfschmerzen? Welche Rolle spielen Medikamente? Was bedeutet „Prävention“ und wer kann dazu beitragen, Kopfschmerzen zu vermeiden? Der Comicfilm ermutigt auch kopfschmerzfreie Leser, sich schlau zu machen und vorzubeugen. „Mütze hat den Kopfschmerz satt " wurde vom Schmerzspezialisten Prof. Hartmut Göbel und der Lehrerin Karin Frisch entwickelt. Das Projekt richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 9 und 16 Jahren sowie deren Familien.

Die Ergebnisse der „Aktion Mütze – Kindheit ohne Kopfzerbrechen“ begleitenden wissenschaftlichen Befragung belegen hohe Fallzahlen und eine unzureichende Versorgung der kopfschmerzbetroffenen Kinder und Jugendlichen. Mit dem neuen Comicfilm schaffen wir ein zusätzliches Angebot, das Schülerinnen und Schüler über die Entstehung und die Behandlung von Kopfschmerzen zeitgemäß informiert und auch Kinder und Jugendliche erreicht, deren Klassen noch nicht an „Aktion Mütze“ teilgenommen haben.

 

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„73,9 Prozent der Siebtklässler klagen über primäre Kopfschmerzen. Die häufigsten Formen sind die Migräne und der Kopfschmerz vom Spannungstyp“, berichtet Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Hartmut Göbel, Direktor der Schmerzklinik Kiel und wissenschaftlicher Leiter der Studie. „Über 50 % der Betroffenen berichten Symptome der Migräne – dies sind deutlich mehr, als frühere Studien vermuten lassen.“ 78,7 Prozent der Kinder mit Spannungskopfschmerzen und 62,1 Prozent der Betroffenen mit migränetypischen Symptomen waren deswegen bisher nicht beim Arzt und haben keine korrekte Diagnose erhalten.

Dieser Entwicklung begegnen Prof. Hartmut Göbel von der Schmerzklinik Kiel und Karin Frisch vom gemeinnützigen Zentrum für Forschung und Diagnostik bei Implantaten, Entzündungen und Schmerzen (ZIES gGmbH) mit einer Aktion zur Kopfschmerzprävention bei Kindern und Jugendlichen, die bereits in 15 Bundesländern umgesetzt wird. Sie haben dazu drei Schulstunden mit allen notwendigen Arbeitsmaterialien entwickelt. „Durch die Unterrichtseinheit, welche die siebte Klassen kostenfrei bestellen können, lernen Schüler, Lehrer und Eltern, wie sie durch Veränderungen im Alltag der Betroffenen Kopfschmerzen wirksam vorbeugen können. Die Schulstunden zeigen die Risiken von unreflektiertem Medikamentengebrauch auf und betont den Nutzen gezielter Beratung und Vorbeugung“, erläutert die Lehrerin das Konzept von „Aktion Mütze – Kindheit ohne Kopfzerbrechen“.

Die Initiatoren von „Aktion Mütze“ wollen nicht nur die Gesundheitskompetenz des Einzelnen stärken. Die Situation kopfschmerzbetroffener Kinder und Jugendlicher lasse sich nachhaltig nur dann verbessern, wenn viele relevante Akteure daran mitwirkten. „Darum beziehen wir mit unserer Aktion ganz bewusst Schulleitungen, Lehrkräfte und Eltern ein und suchen das Gespräch mit Ministerien und Behörden“ betont Karin Frisch. Prof. Hartmut Göbel, der bei der Erarbeitung der Internationalen Kopfschmerz-Klassifikation mitgewirkt hat, sieht Fortbildungsbedarf bei den Medizinern: „Nur 29,9 Prozent der Befragten mit einem für Migräne typischen Beschwerdebild, kennen ihre Diagnose, haben keinen Namen und kein Konzept für ihre Kopfschmerzen. Bei den Schülern mit Spannungskopfschmerz waren es mit 26,3 Prozent sogar noch etwas weniger.“

Die Daten beruhen auf einer schriftlichen Befragung in den an „Aktion Mütze“ teilnehmenden 7. Klassen. Ausgewertet wurde eine zweistufig repräsentative Stichprobe (N=1.102) aus den bis Juni 2016 zurückgesandten Fragebögen. Die Befragung wird bis Juli 2018 fortgesetzt. Die nächste, weiter differenzierende Auswertung des Datenbestands ist für Mai 2017 geplant.

„Aktion Mütze – Kindheit ohne Kopfzerbrechen“ wird bisher in den Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinlad-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen durchgeführt. Folgende Ministerinnen/Senatorinnen haben eine Schirmherrschaft für die Durchführung der Aktion in ihrem Bundesland übernommen: Sozialministerin Cornelia Rundt (Niedersachsen), Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz Barbara Klepsch (Sachsen), Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz Cornelia Prüfer-Storcks (Hamburg), Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz Prof. Dr. Eva Quante-Brandt (Bremen).